17.05.2018  Pflanzenfärben Teil 3 - Milchkaffee und Cupcakes

KAFFEE- nicht nur eines meiner Lieblingsgetränke, sondern auch zum Färben von Stoff und Wolle bestens geeignet. Wie ich auf die Idee kam, Kaffee zum Färben zu nutzen, lest ihr im neuesten Blogbeitrag.

Alles begann im letzten Jahr. Meine Schwiegermutter bekam zum Geburtstag mehrere Pakete gemahlenen Kaffee, obwohl sie den Kaffee immer frisch vor der Zubereitung selbst mahlt. Und dann war darunter auch noch eine Sorte, die sie gar nicht mag. So standen also auf ihrem Gabentisch einige Pfund Kaffee herum. Ich erinnerte mich, dass ich in meinem Lieblings-Pflanzenfärbebuch (siehe vorherige Blogbeiträge) von einem Färberezept mit Kaffee gelesen hatte, also hab ich ihr gleich mal ein Pfund abgeschwatzt (das war zugegebenermaßen nicht schwer).

Nun lag das Pfund Kaffee also gut ein halbes Jahr in meinem Schrank, bevor ich mich nun endlich ans Werk machte. Die Lagerung tat vielleicht dem Aroma nicht gut, aber der Farbe des Kaffees konnte die Wartezeit nichts anhaben.

Da ein Pfund gemahlener Kaffee auch für 500 g zu färbende Textilien reicht, wollte ich zusätzlich zum Baumwollstoff mal mit dem Färben von Wolle experimentieren. Also habe ich mir ungefärbte Schurwolle bei Purewol bestellt.

Einen Strang Schurwolle ( je 100 g) beizte ich mit Alaun, einen weiteren Strang mit Tara-Pulver. Laut meinem Färbebuch soll mit Tara-Pulver vorgebeiztes Material grundsätzlich eine dunklere Färbung annehmen als anderweitig vorgebeiztes Material. Schon beim Beizen nahm die Wolle einen dunkleren Farbton an . Also, ich war nun total gespannt auf das Färbeergebnis.  

Dann habe ich abends vor dem schlafengehen noch 500 g Kaffee-Pulver mit 12 Litern Wasser etwa 1 Stunde gekocht, über Nacht abgekühlt und am nächsten Morgen durchs Sieb gegossen. (Die große Menge Kaffesatz hab ich übrigens im Garten verteilt- es soll ja möglichst alles sinnvoll genutzt werden).

Dann habe ich das Färbegut, also 130 g vorgebeizten Baumwollstoff, und zwei Wollstränge (der dritte vorgebeizte Wollstrang hat leider nicht mehr in die Flüssigkeit gepasst) in die Flotte gelegt und den Kaffee wieder erhitzt und 45 min leicht sieden lassen. Toller Nebeneffekt: Es duftet herrlich in der Küche.

Dann wurden Wolle und Stoff entnommen, ausgespült und zum Trocknen aufgehängt. Bei bestem Frühlingswettet waren die Färbetextilien auch schnell trocken.

Die Baumwolle (links) hat die Farbe von Milchkaffee angenommen, die mit Alaun vorgebeizte Wolle (rechts) einen goldenen-Beigeton (wie Kaffee mit Kaffeesahne) und die mit Tara-Pulver vorgebeizte Wolle (Mitte) einen etwas graueren Beigeton (wie Kaffee mit Milch).

Ich bin von den natürlichen Farbtönen total begeistert, so dass ich mir aus dem Milchkaffee-Stöffchen gleich ein kleines besticktes Kuschelkissen genäht habe.

Gefallen euch meine Farb-Experimente? Welche Erfahrungen habt ihr mit Pflanzenfärben? Hinterlasst mir gern einen Kommentar.

Demnächst stelle ich euch hier meine Ergebnisse vom Solarfärben vor. Vielleicht habt ihr erste Bilder ja schon in meiner Insta-Story entdeckt?