08.03.2018: Pflanzenfärben - natürlich und überraschend - Teil 2

Bereits im letzten Sommer habe ich erste Färbeversuche mit natürlichen Pflanzenfarben unternommen. Mit Krappwurzelpulver, Möhrenkraut und Birkenlaub hatte ich wunderschöne Farbergebnisse erreicht. Die Begeisterung von diesen natürlichen Farben aus Pflanzen hat mich inspiriert mit dem Stoffefärben mit Färbepflanzen weiterzumachen. ( #botanicaldyening )

Dieses Mal habe ich mich an das Färben mit Zwiebelschalen gewagt. Die Idee kam mir bereits im Mai letzten Jahrens beim Stöbern im Buch "Natürlich färben mit Pflanzen". Ab da begann ich alle Zwiebelschalen, die in der Küche anfielen, zu sammeln. Es kamen in den etwa 8 Monaten sagenhafte 100 g getrocknete Zwiebelschalen bei einem Volumen von 3 Litern zusammen. Ich habe beim Sammeln der Zwiebelschalen nicht nach Sorten getrennt. Schalen von Schalotten, von gelben und roten Zwiebeln - je nach Anfall - kamen allesamt in eine große offene Papiertüte in der Speisekammer, wo sie kühl und dunkel lagerten, bis ich sie nun zu neuem Leben erweckte. 

Gefärbt habe ich, wie im letzten Jahr, den einfachen ungebleichten Baumwollstoff von IKEA. Den Stoff habe ich einmal vorgewaschen, damit die Farbe besser angenommen wird. Beim Färben mit Zwiebelschalen kann man während des Färbevorgangs beizen. Es ist kein separates Vorbeizen erforderlich.

Genutzt wird die gleiche Menge getrockneter Zwiebelschalen wie Färbegut (bei mir je 100 g).

Färberezept: Zwiebelschalen etwa 2-3 Stunden im großen Topf kochen. Das riecht dann etwa wie Suppe kochen in der Küche. Weil ich noch eine ältere, schrumpelige Kurkumaknolle hatte und ihre gelbe Farbe hervorragend zu dem gewünschten gelben Färbeergebnis der Zwiebeln passte, habe ich die einfach mitgekocht.

Anschließend werden die gekochten Zwiebelschalen in einen Färbesack abgeseiht (ich nehme immer ein feines Wäschenetzt, es gehen aber auch ausgediente Feinstrümpfe). Dann 10 g Alaun (10 % der Menge des Färbegutes) mit in die Flotte geben, gut verrühren, das Färbegut einlegen. Etwa 30 - 60 min kochen. Ich habe 60 min gekocht und damit ein dunkles Gelb erreicht (siehe oberer der beiden Stoffe).

Da die Flotte nach dem Färben noch eine sehr kräftige Farbe hatte, habe ich noch einmal 100 g Stoff gefärbt. Das Farbergebnis war etwas heller, aber trotzdem ein schöner kräftiger Gelbton (unterer Stoff).

Ausspülen- fertig.

Nachdem der Stoff getrocknet war, habe ich ihn mit einem Margeritenmotiv bestempelt. Ich habe hierzu die wunderschönen Stempel von Stempeljazz benutzt. ( !!! Keine Produktunterstützung, die Stempel habe ich nach dem Ausprobieren bei  #Lüneburgnäht2018 aus purer Überzeugung gekauft)

Und um dem wunderschönen Stoff auch gleich ein neues Leben einzuhauchen, habe ich mir ein einfaches Taschenschnittmuster ausgedacht und das kleine Täschchen auch gleich genäht. Und dieses zauberhafte Ergebnis zeige ich euch in der Fotogalerie

Ich werden euch im Laufe des Jahres bestimmt noch einige Pflanzenfärbungen zeigen, denn im Keller lagern noch getrocknete Färbepflanzen wie Rainfarn, Goldrute, Avocadosteine, Färberdistel... also bleibt neugierig. Das Färben mit Pflanzen ist soooo unglaublich spannend!


So, habt ihr nun auch Lust aufs Pflanzenfärben bekommen? Dann empfehle ich euch dieses Buch:

.... oder die Homepage von Rebecca Desnos, die wunderschöne Pflanzenfärbungen zeigt und erklärt: https://www.rebeccadesnos.com/

Bei Fragen könnt ihr mich sehr gern kontaktieren. Ich freue mich auf eure Kommentare. Teilt eure Färbeergebnisse gern unter dem Hashtag: #botanicaldyening. Bei Instagram findet ihr unter diesem Hashtag auch einen teil meiner Färbeergebnisse.