15.02.2018: Herausforderung- Jeanshose nähen

Bereits für 2017 hatte ich mir vorgenommen, eine Jeans zu nähen. Nun ist es schon 2018 und endlich habe ich meinen Wunsch erfüllt und die Herausforderung angenommen: meine erste selbstgenähte Jeans wurde geboren.

Das Treffen mit 59 anderen Nähbegeisterten in Lüneburg war DIE Gelegenheit, meinen Plan endlich in die Tat umzusetzen !

Zuerst habe ich aus einfachem ungebleichtem Baumwollstoff von IKEA eine Probehose genäht, um schon mal die ungefähre Passform auszuprobieren. Die war viel zu klein, es fehlten am Bund etwa 4 cm. Am Hintern war sie eng, aber ich habe reingepasst. Der Stoff war allerdings auch ohne Stretch.

Bei der Anprobe der Probehose dachte ich mir, dass ich das Vorderteil um etwa 4 cm im oberen Bereich vergrößern müsste. Davon hatte mir Dominique abgeraten, denn bei der Verwendung von Stretchstoffen würde die Hose dann viel zu groß werden. Sie gab mir den Tipp, lieber breitere Nahtzugaben einzuplanen, damit ich später ggf. noch Größenanpassungen vornehmen könnte. Ihr Tipp war Gold wert, denn letztendlich hatte genau die ursprünglich zugeschnittene Größe 40 gepasst.

Da die Näh-Anleitung zur Jeans sehr knapp gehalten war und ausführliche Beschreibungen der einzelnen Arbeitsschritte fehlten, war ich sehr dankbar, dass ich Sandra als Jeans- erfahrene Näherin mit meinen Fragen löchern konnte. Sie hat mir sehr geholfen, dass aus dem Stück Stoff eine tolle Hose wurde. Hier mal einige Fotos der Nähschritte.

Für den inneren Bund und die Taschen habe ich bunten Baumwollstoff genutzt. Die Nieten habe ich absichtlich verkehrt herum eingesetzt, da die Nieten innen Messing und außen schwarz waren. Weil mein Jeansknopf auch aus Messing ist, gefällt mir das Messing der sichtbaren Nieten außen schöner.

Nachdem Vorder- und Hinterteil einzeln vorbereitet waren, habe ich zunächst die Außennähte für eine erste Anprobe etwas weiter als im Schnitt vorgesehen war, geheftet. Hier wurde sofort klar, dass ich die ursprünglich markierten Maße als Naht im Hüftbereich nutzen konnte. Die Hose war an den Unterschenkeln viel zu weit, dort habe ich deutlich enger genäht. Bei der Anprobe fiel außerdem auch auf, dass im Rücken zu viel Stoff vorhanden war, was auch an meinem Hohlkreuz liegt. Ich habe mich entschieden in der Rückenpasse der Hose zwei Abnäher oberhalb der Gesäßtaschen einzunähen. So konnte ich den perfekten Sitz hinten rum erreichen. Dann habe ich noch entdeckt, dass ich die Gesäßtaschen nicht knappkantig genug aufgenäht hatte. Also fix noch eine Parallelnaht gesteppt, damit die Taschen an den Außenkanten nicht so abstehen.

Das Kniffligste an der Hose waren für mich das Einnähen des Reißverschlussuntertritts, des Reißverschlussbeleges und des Reißverschlusses selbst. Dabei musste ich mehrfach zum Nahttrenner greifen.

Ich habe mich bewusst bei meiner ersten Jeans nicht für eine Kontrastfarbe der Steppnähte entschieden - und das war eine gute Entscheidung. Bei der nächsten traue ich mir das bestimmt schon zu.

Das Nähen der Jeans incl. Schnitt abpausen (leider 2 x, weil ich den abgepausten Schnitt zu Hause vergessen hatte), Zuschneiden und Nähen der Probehose, Zuschneiden, Nähen und Korrekturen der endgültigen Jeans hat insgesamt 3 Tage in Anspruch genommen. Aber ich habe mir auch bewusst Zeit gelassen, weil es eine wirklich tragbare Hose werden sollte. Bei der nächsten Jeans wird es bestimmt schneller gehen, denn ich kann mir die Probehose sparen, der Schnitt ist bereits abgepaust und ich kenne die Passform und werde sicherer in den einzelnen Arbeitsschritten sein. Und damit bestätigt sich mal wieder:

                            DER MENSCH WÄCHST AN SEINEN AUFGABEN!

Und bis zu meiner nächsten Jeans dauert es mit Sicherheit nicht wieder 1 Jahr!

Wann traust du dich?

Schnitt: "Lady Jeans" Größe 40 aus: "Mode schneidern- das Buch", TOPP-Verlag

Stretch-Denim: stoffe.de

Baumwollfutterstoff: Stoff und Stil

verlinkt bei: RUMS - Rund ums Weib am Donnerstag  

Und hier noch eine kleine Fotogalerie von LÜNEBURG NÄHT 2018: