25.01.2022: Ecoprint mit Eucalyptus

Schon lange habe ich im Netz die tollen Ergebnisse vom Ecoprinting mit Eucalyptus bewundert. Da ich von Adventsgestecken und Weihnachtsdeko einige Zweige getrockneten Eucalyptus vorrätig hatte, habe ich es nun mal versucht. In unseren Breiten ist Eucalyptus ja nicht verbreitet und wächst nur in milden Regionen. Da die Zweige im Blumengeschäft nicht so ganz günstig zu kaufen sind, ist diese Textilgestaltung auch für mich etwas Besonderes. Aber es gibt heimische Alternativen, aber dazu später mehr ....


Weil ich getrocknete Blätter genutzt habe, musste ich sie erstmal einweichen. Das ist erforderlich, damit das Blatt sich gut auf den Stoff legen lässt, denn die Blätter sind im getrockneten Zustand sehr fest. Ich habe die Zweige einfach in einen kleinen Eimer mit Wasser gelegt. Mein Plan war 1 Tag, aber dann kam etwas dazwischen und es wurden 3 Tage draus. Die Blätter waren aber auch nach 3 Tagen noch stabil und gar nicht matschig oder so. (Bild 1)

Dann habe ich die Blätter auf vorgewaschenen und mit Aluminiumkaltbeize vorgebeizten Stoff gelegt. Und zwar so, dass ich nur eine Hälfte belegt habe, um die andere Hälfte (hier längs gefaltet) darüber zu klappen (Bild2 und 3)

Anschließend kommt eine Schicht Frischhaltefolie (ich empfehle festere Folie- die kann man im Sinne der Plastikmüllvermeidung auch mehrfach verwenden) auf den Stoff und das ganze wird möglichst fest aufgerollt. Die Folie dient dazu, dass die Blattabdrücke nicht durcheinander auf den gesamten Stoff drucken. Wenn man solch einen Effekt möchte, kann man natürlich auf die Folie verzichten. (Bild 4)

Diese Rolle wird mit einer Schnur zusammengebunden und mindestens 1-2 Stunden über Wasserdampf (in einem Sieb oder auf einem Rost) liegen gelassen. Alternativ kann man das Bündel auch in einer dicht verschlossenen Plastiktüte direkt in das Wasser geben. Um Energie zu sparen, lege ich die Bündel über Wasserdampf, wenn ich sowieso Garn oder Stoffe im Färbetopf habe.

Nach der Einwirkzeit kann man die Rolle auseinandernehmen und die Blätter absammeln. Dann erstmal trocknen lassen, damit sich die Farbe weiter entwickelt und erst dann vorsichtig ausspülen. Mit Feinwaschmittel bei 30 Grad ist die Farbe waschbeständig. (Bild 5)


Da ich aus diesem Stöffchen eine kleine Tischdecke haben wollte, habe ich den Stoff auf eine Größe von 60 x 60 cm zugeschnitten und nach Lust und Laune mit farblich passenden pflanzengefärbtem Seidenstickgarn bestickt.

Werbung: Das Stickgarn bekommt ihr hier: >>>> https://www.maibellspflanzenfarben.de/seide/?collection=seidenstickgarn

Ja, und nun zu den versprochenen heimischen Alternativen zu Eucalyptus:

Pflanzenabdrücke sind auch mit Blättern möglich, die eigentlich nicht von Färbepflanzen sind. Besonders attraktiv wegen der Formen können sein: Ahornlaub, Farne, Robinie, Eberesche, Weißdorn u.v.m.

Da diese Blätter über keine bzw. wenige eigene Farbstoffe, die für einen Abdruck reichen, verfügen, schummeln wir ein bisschen Farbstoff auf die Blätter ;-)

Die Blätter werden mindestens für einen Tag in verdünntes Eisenwasser gelegt. Das selbst hergestellte Eisenwasser wird nun im Verhältnis 1:10 (je nach Blattmenge z.B. 100 ml Eisenwasser auf 1 Liter Wasser) in einen Behälter gegeben (Wie du Eisenwasser herstellen kannst, findest du unten im Beitrag erklärt) !

ACHTUNG: Der Behälter wird dabei verfärbt! Also einen alten Eimer nehmen und auf keinen Fall Behälter, die auch zur Speisenzubereitung in der Küche genommen werden - aber das gilt für alle Färbevorgänge.

Die Blätter mindestens einen Tag im verdünnten Eisenwasser liegen lassen.

Der anschließende Färbevorgang danach ist identisch mit dem Ecoprint mit Eucalyptus.


Eisenwasser lässt sich leicht selbst herstellen (für ca. 500 ml ):

- rostige Nägel oder Kleinteile werden in ein großes Glas mit 100 ml Essigessenz und 400 ml Wasser gelegt

-nach einigen Tagen kann man schon gut erkennen, wie das Eisenwasser die rostige Farbe der Nägel angenommen hat. Diese Lösung kann man unbegenzt lange stehen lassen. Ich habe die Nägel und Metallteile schon seit 3 Jahren im Glas und fülle immer wieder Wasser und Essig auf, wenn das Eisenwasser verbraucht ist.


Noch Fragen? Schreib mir gern über das Kontaktfeld!

Möchtest du mal einen Workshop zum Pflanzenfärben besuchen, dann klick auf den Link hier unten im Bild.