07.10.2020: Aus 2 mach 1 - Jeansupcycling

Es war mal eine schmale, selbstgenähte Jeans, in die ich nicht reinpasste.

Im Frühjahr hatte ich mir eine schmale Jeans aus einem sehr strechigen Jeans-Stoff nach einem Burda-Schnitt genäht. Ich hatte dieses Schnittmuster bereits für mehrere Hosen (aus Jersey) genutzt, deshalb dachte ich mir: Gib einfach zur Sicherheit an den Seiten je 1,5 cm dazu, dann passt das schon.

Nein, die Hose passte ganz und gar nicht. Ich bekam sie nicht mal über die Oberschenkel gezogen. Mmh, naja. Ich hatte mich wohl bei der Elastizität des Stoffes gründlich verschätzt.

Ich wollte sie meiner Tochter schenken, aber auch ihr passte sie leider nicht. Schade. Erstmal auf den Reparatur- und UFO- Stapel damit. Dort lag sie nun auch seit Mai und schaute mich immer wieder an. Aber ich war ratlos.


Eines Tages begab es sich, dass meine über viele Jahre getragene Lieblingsjeans am Hinterteil aufriss. Also landete auch sie auf dem Reparatur- und UFO-Stapel. Und irgendwie mussten die Beiden dann nachts einen Plan ausgeheckt haben: "Lass uns doch mal was zusammen machen!"

"Ok", sagte die kleine Jeans schüchtern und schickte leise eine Frage hinterher, "möchtest du dich an meine Seite schmiegen?" Die Alte jubelte: "Ja, klar! Wir passen super zusammen, denn wir haben beide die gleiche Länge!" Da strahlte die kleine Jeans: "Oh, mit deiner Hilfe werde ich endlich nützlich sein!"

Gesagt, getan. So wurden die beiden ein Paar.

Nachdem ich die Seitennähte und das Bündchen abgeschnitten hatte, maß ich aus, welche Mehrweite ich am Bein bräuchte. Das waren 8 cm für einen nicht zu engen Sitz. Ich rechnete noch vorn und hinten 1 cm Nahtzugabe dazu. Ich kennzeichnete vorn und hinten jeweils 5 cm von der Seitennaht der alten Jeans (Kaufhose) und schnitt den Streifen zu.

Diesmal heftete ich den Streifen erst mal an die genähte Jeans und probierte die neue an, bevor ich mich ans Nähen machte. Aber die 1-aus-2-Hose schien zu passen.

Nun wurden die Seitennähte / Schnittkanten versäubert und der Streifen eingenäht. Ich habe den Streifen so eingesetzt, dass ich die untere Saumkante mit nutzen konnte.

Jetzt musste nur noch ein neues Bündchen angenäht werden. Für die Schlupfhose reichte ein Jersey-Bündchen, in das ich noch ein breites Gummiband einzog.

Die kleine Jeans war stolz, dass sie nun endlich ihre Sashiko-Stickerei auf den Gesäßtaschen zeigen konnte. Und die Alte Jeans hat einige ihrer typischen gelben Jeansnähte behalten dürfen.  Und so leben die beiden glücklich bis an ihr Lebensende!