27.03.2019: Alkanna

Die Färbepflanze Alkanna tinctoria - Ochsenzunge ist eine uralte Staude, die auch in unseren Breiten wächst. Der rot-braune Farbstoff aus den Wurzeln wird seit der Antike zum Schminken genutzt. Deshalb wird sie auch Schminkwurz genannt.

Zum Färben benötigt man sehr viel Material von den Wurzeln. Deshalb habe ich mir geschnittene Wurzeln im Fachhandel bestellt.

Der lila Farbstoff aus der Wurzel lässt sich lediglich durch hochprozentigen Alkohol extrahieren. Bei Färbungen ohne Alkohol erhält man je nach Material und Menge verschiedene Grautöne.

Normalerweise nimmt man dieselbe Menge getrockneter Alkannawurzel wie Färbematerial. Ich hatte mir zum Ausprobieren erstmal nur 200 g Ochsenzunge bestellt. Aber dann wollte ich doch eine "sinnvolle" Menge Wolle im selben Farbton färben. So dass es etwa für einen Pulli reicht. Also begann ich mit meinem Experiment:

Die Merinowolle habe ich mit Soja-Drink vorgebeizt. Dazu habe ich die Wolle eine Nacht in 3 Liter Soja-Drink liegen lassen. Dann ausgesült und trocknen lassen. Beim nächsten Mal werde ich sehen, ob sich durch Vorbeizen mit Alaun ein anderer Farbton ergibt.

Für die Färbung von 600 g Merinowolle in einem helllila habe ich 200 g Alkannawurzel für eine Woche in 1 Liter 98-prozentigen Alkohol (aus der Apotheke) gut verschlossen in Schraubgläser eingelegt. Während dieser Woche habe ich die die Gäser immer mal wieder geschüttelt. Man konnte sehen, wie sich von Tag zu Tag die lila Farbe herauslöste. (Die gefüllten Schraubgläser sahen aus wie Rotkohl). Also wies ich meinen Mann nochmal darauf hin, dass der Inhalt nicht essbar ist. Falls Kinder im Haushalt leben, stellt die Gläse lieber außer Reichweite!

Nach einer Woche habe ich die eingeweichten Wurzeln mit dem Alkohol in meinen großen Färbetopf gegeben und bis 10 Liter mit Wasser aufgefüllt. Das Ganze habe ich etwa eine Stunde leicht köcheln lassen. Dann wurde die Flotte abgekühlt. Anschließend habe ich die Wolle direkt in die Flotte gegeben. ( Beim nächsten Mal würde ich die Wurzeln jedoch vorher in einen Färbesack füllen, denn das Spülen der Wolle und das Entfernen der getrockneten Wurzelstückchen aus den Faser erwies sich als äußerst mühsam ;-))

Die Wolle habe ich dann in der Flotte eine Stunde leicht köcheln lassen, dabe immer mal wieder umrühren, damit die Färbung einigermaßen gleichmäßig wird. Da die Färbung relativ hell war, habe ich die Wolle während des Abkühlens im Färbetopf liegen lassen.

Anschließend noch gut ausspülen und trocknen lassen.

Mit der Haspel und dem Wollwickler sind die Stränge nun auch fix aufgewickelt. Und die letzten Krümel Alkanna-Wurzel fielen dabei auch noch heraus.

Und weil mir die Farbe so gut gefällt, werde ich im Garten vielleicht doch noch Ochsenzunge pflanzen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen!

Liebe Grüße, Corinna