02.07.2017: Pflanzenfärben - natürlich und überraschend

Dieses Buch ist sehr empfehlenswert mit vielen Färberezepten - besonders mit einheimischen Färbepflanzen, mit detailierten Fotos von erzielten Farbergebnissen bei verschiedenen Rezepten und Beizen.

Inspiriert zum Färben mit Pflanzen wurde ich im vergangenen Jahr auf Instagram von Doro @freuzeit, als sie im Herbst ihre mit Dahlien gefärbte Wolle zeigte. Ich war hin und weg von den natürlichen Farben, die sie mit Blüten erreichte. Über den Winter hinweg habe ich dann immer wieder im Buch "Natürlich Färben mit Pflanzen" geschmökert und ich war nun immer mehr begeistert von den wunderschönen Farben, die man mit Pflanzen erreichen kann. Von der Neugierde gepackt, startete ich im Frühjahr meine Färbeexperimente.

Mein 1. Färbeversuch mit Brennnesseln ging gründlich daneben. Die Farbe wurde grau-braun-beige-fleckig. Meine Fehler: 1. Topf zu klein, 2. Färbematerial zu lange in der Flotte (Färbelösung) gelassen, 3. Übernacht stehen lassen, ohne den Stoff zu bewegen. Also habe ich mir einen großen Topf besorgt (20 Liter) und nicht aufgegeben.


Alle drei hier gezeigten gefärbten Stoffe sind einfache weiße Baumwollstoffe von IKEA. Außer bei der Färbung mit Birke, habe ich alle Stoffe vor dem Färben mit Aluminiumkaltbeize behandelt.

Angegeben sind in meinen Rezepturen die von mir verwendeten Mengen. Natürlich kann man selbst Anpassungen vornehmen, je nach vorhandenem Textil und gewünschtem Ergebnis.

FÄRBERKRAPP / RUBIA TINKTORUM

340 g Krappwurzelpulver in lauwarmem Wasser auflösen, 340 g vorgebeizten Baumwollstoff dazugeben, unter gelegentlichem Umrühren 2 Stunden bei etwa 80 Grad einwirken lassen (das Wasser darf nicht kochen), ausspülen, 20 min in Essigwasser (20 ml auf 10 Liter Wasser) zur Farbfixierung ruhen lassen. Ausspülen, trocknen-FERTIG!

Da das Farbbad immer noch eine kräftige Farbe zeigte, habe ich ein weiteres Stück Baumwollstoff in der verbliebenen Flotte gefärbt. Vorher habe ich den Stoff abgebunden, um einen Batikeffekt zu erreichen. Das Ergebnis ist etwas blasser, aber trotzdem sehr schön geworden.

weitere Informationen zu Färberkrapp unter folgendem Link:

http://www.spektrum.de/lexikon/arzneipflanzen-drogen/rubia-tinctorum/12660


Ich freue mich sehr über eure Kommentare.

Verlinkt eure Färbeergebnisse gern bei Instagram unter dem Hashtag:

#botanicaldyening.

Ich bin sehr gespannt!

Eure Corinna




BIRKE

460 g Birkenblätter 1 Stunde kochen,  danach abseihen, in einen Färbebeutel geben (möglich sind auch ein feines Wäschenetz oder Perlonstrümpfe), Färbebeutel wieder in die Flotte geben, 23 g Alaun in etwas laumwarmem Wasser auflösen, in die Farbflotte geben, dann 230 g Baumwolle (ungebeizt) hineingeben, je nach gewünschter Färbung 30 min bis 1 Stunde köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren und das Färbeergebnis beobachten, alles ausspülen, trocknen, FERTIG!

Hier ein Ergebnis nach 35 min in der Flotte.

Ich habe für 20 min noch etwas Filzwolle zum Färben mit in die Flotte gegeben, hier muss man nur aufpassen, dass man nicht so viel rührt, weil sich die Wolle sonst bereits beim Färben verfilzt.


MÖHRENKRAUT

600 g Möhrenkraut (von Bundmöhren oder wilde Möhre vom Wegesrand) 2 Stunden kochen lassen, abseihen. Das ausgekochte Kraut verwerfen. 300 g vorgebeizten Baumwollstoff in die Flotte geben, und je nach gewünschtem Ergebnis 30 min bis 1 Stunde kochen lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Anschließend herausnehmen, spülen, trocknen- FERTIG!

Hier ist das Ergebnis nach einer Stunde. Das Gelb ist etwas ins grünliche schimmernd.












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